Lein ausgesät und jetzt?
Ihr beteiligt euch an unserer Aktion und habt Lein ausgesät? Super und ein herzliches Dankeschön.
Jetzt könnt ihr euch erst einmal ca. 100 Tage zurücklehnen und einfach zuschauen wie alles wächst und gedeiht und der Lein ab Juni seine blauen Blüten zeigt.
Solltet Ihr euch bei den nachfolgenden Schritten unsicher sein sind wir für euch da und helfen gerne.
Gerne könnt Ihr uns auch euren geernteten Flachs zur Weiterverarbeitung bringen.
Ernte / Raufen:
Es ist nicht zum Haare aber Flachs raufen :-)

Ca. 33 Tage nach der Blüte ist die sogenannte "Gelbreife" erreicht und es kann ans Ernten gehen.

Quelle: www.1qmlein.de
Jetzt heißt es den Lein/Flachs zu ernten, also ihn zu "raufen".
Dazu einfach eine Handvoll Stängel greifen und mitsammt der Wurzel ausreißen.
Das Bündel zusammenbinden und zum Trocknen aufhängen oder die Bündel aufstellen.
Ca. 3 Wochen sollte das Ganze bis zur weiteren Verarbeitung trocknen.
Riffeln:
Um Saatgut zu gewinnen muss der Flachs "geriffelt" werden, das heißt die Samenkapseln müssen von den Stängeln abgestriffen werden.
Dies kann bei uns mit der Riffel erfolgen oder auch mit anderen Hilfsmitteln

Rösten:
Nach der Ernte folgt beim Flachsanbau einer der wichtigsten Schritte: die Röste.
Viele denken bei dem Wort an Feuer, Glut oder Hitze – aber das ist ein Irrtum! Die Röste hat nichts mit Hitze zu tun, sondern kommt vom Wort „rotten“, also „verrotten“. Es geht dabei um das kontrollierte Zersetzen pflanzlicher Bindemittel durch Mikroorganismen (Bakterien oder Pilze) die dafür sorgen, dass sich die Bastfasern später vom Holzkern lösen lassen.
Hier gibt es 2 Röstverfahren
Tauröste
Der Flachs wird direkt auf einem Feld/Rasen ausgebreitet und verrottet durch die Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung.
Dauer: mehrere Wochen

Teichröste / Kaltwasserröste
Hier wird der Flachs in einer Wanne oder Bottich komplett mit Wasser bedeckt und mit Steinen beschwert.
Achtung: Nur im Freien, vor allem bei geruchsempfindlichen Nasen :-).
Dauer: ca. 1 Woche, muss dauernd kontrolliert werden.

Trocknung:
Nach der Röste muss der Flachs nochmal zügig getrocknet werden, da ansonsten der Verrottungsprozess weiterläuft.

Erst nach diesen ganzen Schritten kann es zur Weiterverarbeitung gehen.
Zum Brechen, Schwingen und Hecheln.